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Radtour 2003: Lourdes - Porto
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Tour-Daten der 6. Etappe:
Zeitraum: 24.05.2003 - 08.06.2003, davon 14 Fahrradtage
Streckenlänge: 1180 km
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Einzeletappen:
1. Tag: Lourdes, Arudy, Oloron, Mauleon Licharre
2. Tag: Mauleon Licharre, Larceveau, St. Jean-Pied-de-Port, St. Etienne-de-Baigorry
3. Tag: St. Etienne-de-Baigorry, Aldudes, Eugi, Zubiri, Pamplona, Puente la Reina
4. Tag: Puente la Reina, Lizarra Estella, Logrono, Navarrete, Najera
5. Tag: Najera, Sto. Domingo de la Calzada, Tormantos, Belorado, Villanasur, Burgos
6. Tag: Burgos, Villasandino, Osorno, Carrión de los Condes
7. Tag: Carrión de los Condes, Cervatos de la Cueza, Sahagun, El Burgo Ranero, Leon
8. Tag: Leon, Astorga, Rabanal del Camino, Cruz de Ferro, Molinaseca, Ponferrada
9. Tag: Ponferrada, Carucedo, O Barco, A Rúa
10. Tag: A Rúa, Larouco, Puebla de Trives, Puerto de Cerdeira, Castro Caldelas
11. Tag: Castro Caldelas, Parada do Sil, Garganta del Sil, Ourense
12. Tag: Ourense, Celanova, Bande, Portela do Homem, Gerês
13. Tag: Gerês, Bouro, Amares, Barcelos, Laundos, Póvoa de Varzim
14. Tag: Póvoa de Varzim, Vila do Conde, Touguinha, Vilarinho, Porto Flughafen
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Tourbericht:
Nach einem Jahr Pause nun endlich die langersehnte Fortsetzung unserer Radtour. Die Anreise nach Lourdes erfolgte dieses Jahr ohne den gewohnten Bahnstress bequem in zwei Mietwagen. Mit dem ersten (VW Sharan) von Bochum nach Kehl, mit dem zweiten (Renault Espace) dann von Straßburg nach Lourdes. In beiden Fahrzeugen war zu dritt mit den Fahrrädern ausreichend Platz und der Wagenwechsel in Kehl erfolgte problemlos innerhalb von fünf Minuten Umladezeit.
Die Rückreise war erstmals verbindlich vorgebucht, da wegen der Entfernung ab Porto nur noch das Flugzeug in Frage kam. Somit herrschte ein gewisser Zwang, das anvisierte Ziel auch zu erreichen.
Da Nordspanien und Portugal verkehrs- und kartentechnisch nicht so gut erschlossen sind, mussten wir auf die Michelin-Karten im Maßstab 1 : 400.000 zurückgreifen. Irgendwie ging es auch damit, obwohl viele Steigungs- und Höhenangaben fehlten und die Farbgebung der Straßen nach Verkehrsaufkommen nicht immer nachvollziehbar war.
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Die ersten zwei Tage in Südfrankreich waren wettermäßig eine Katastrophe. Die meiste Zeit hat es geregnet und nur in den Pausen zwischen den Schauern war an Fahrradfahren zu denken. Zum Glück haben wir bei einsetzendem Regen immer innerhalb weniger Minuten einen geeigneten Unterstand gefunden, so dass wir nicht ganz so nass wurden. Landschafftlich dagegen war die Route sehr reizvoll und bei dem Wetter war natürlich auch ein schöner Regenbogen (Bild) zu bewundern.
Am ersten Tag wurde es erst gegen 17 Uhr relativ trocken. Um nicht gleich einen Reservetag zu opfern haben wir dann noch kräftig in die Pedale getreten und sogar unser anvisiertes Tagesziel Mauleon Licharre nach 21 Uhr noch erreicht.
Der nächste Tag fing morgens relativ trocken an. Auf den Col d. Osquich war eine durchschnittliche Steigung von 7,5 % zu überwinden. Als Belohnung, dass wir den Anstieg geschafft hatten, wurde das Wetter dann wieder richtig schlecht und es regnete nur durch kurze Pausen unterbrochen. Nach nur 52 km sowie dem ersten und einzigen Platten haben wir den Tag in St. Etienne-de-Baigorry abgebrochen. Die Fahrradkarte war anschließend so nass, dass wir sie auf der Heizung trocknen lassen mussten.
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Am dritten Tag dann eine leichte Wetterbesserung. Zwar war es immer noch bewölkt und superkalt, aber immerhin hat es nicht mehr geregnet. Heute stand die Überquerung der Pyrenäen (Bild) auf dem Programm. Der ausgesuchte Pass "Collado de Urquiaga" führte uns auf eine Passhöhe von 890 m ü. NN.
Fünf Kilometer zuvor war noch die französisch-spanische Grenze zu überqueren, welche als solche kaum zu erkennen war, weil beide Landesteile zum Baskenland gehören. So stand an einem schlichten Schild lediglich der Name der Provinz Navarra. Unmittelbar hinter der Grenze ging es dann erst bergab, damit der darauffolgende Anstieg umso anstrengender war. Nach Erreichen der Passhöhe führte die Straße allerdings nur noch bergab bis nach Pamplona.
Heute war es wieder nicht so einfach in den dünn besiedelten Pyrenäen einen geeigneten Ort zum Mittagessen zu finden. In Eugi sind wir dann fündig geworden und konnten dort einen ausgiebigen Mittags- und Toilettenstopp einlegen.
Hinter Pamplona führte uns der Weg am Rio Arga entlang zu unserem Tagesziel nach Puente la Reina.
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In Puente la Reina vereinigen sich der nördliche (aus Frankreich kommende) und spanische Jakobsweg (Camino de Santiago). Beim Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen (4. Tag) überraschte uns erstmalig herrlichstes Sommerwetter, das uns während der Jakobsetappen erhalten bleiben sollte.
Trotz aller Warnungen im Reiseführer: "Der Jakobsweg ist hier ausschließlich ein Wanderweg!!!" wollten wir zunächst den Originalweg befahren. Die ersten Kilometer verliefen auch sehr erfolgreich, da wir die zu Fuß wandernden Pilger locker überholen konnten. Das sollte sich jedoch bald ändern. Als es schließlich über Stock und Stein, durch tiefe Gräben und enge Kurven ging, erwiesen sich die Fahrräder, die es nun zu tragen galt doch als sehr nachteilig. Es dauerte nicht lange, bis uns die ersten Pilger wieder überholt haben. Nassgeschwitzt entschieden wir uns nach 90 Minuten doch erstmal auf der Straße (Bild) zu bleiben. Wegen der hier nicht vorhandenen Autobahn war die N 111 teilweise jstark befahren, was sich jedoch ab Los Arcos, wo ein neuer Zubringer den Hauptverkehr auf die südliche Autobahn umleitete, änderte.
Jetzt galt es, die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Nach einer ausgiebigen Mittagspause in Lizarra Estella sind wir dann bis Logrono zügig durchgefahren.
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Hinter Logrono endet die Provinz Navarra (Bild nach dem Anstieg bei Torres del Rio). Wir sind gleich wieder leichtsinnig geworden und dem Originalweg gefolgt, den wir an einem kleinen Stausee zu allem Überfluss dann auch noch verloren haben. Für uns hieß das wieder über Stock und Stein zu fahren.
In Navarrete wollten wir dann gegen 20 Uhr den Tag beenden und ein Zimmer suchen. Das hat leider nicht geklappt: Im Luxus-Hotel wollte man uns nicht haben, die einfache Herberge war ausgebucht und der Campingplatz uns dann doch etwas zu unkomfortabel. Daher mussten wir noch die 16 km bergauf bis nach Najera weiterfahren. Ein Hotel (zum Glück mit angeschlossenem Restaurant) haben wir dann erst nach 22 Uhr gefunden.
Der fünfte Tag begann beim ersten Tankstellenstopp gleich mit einem neuen Getränk: "Radikal". Wie es der Name schon ausdrückt, waren auch Farbgebung und Geschmack. Leider im negativen Sinne, was wir erst gemerkt haben, nachdem wir insgesamt 8 Flaschen davon gekauft hatten. Immerhin hat das Getränk aber seinen Beitrag zu den radikal albernen Videosequenzen des heutigen Tages geleistet.
Bis Sto. Domingo de la Calzada sind wir auf der N 120 geblieben. Danach sind wir wegen des Verkehrs auf die Seitenstraßen über Tormantos und Barrios de Colina ausgewichen.
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Nach insgesamt drei Tagen mit Streckenlängen von jeweils über 100 km haben wir am Abend des fünften Tages Burgos erreicht und somit unsere ursprüngliche Planung trotz des anfänglich schlechten Wetters wieder eingeholt. Zur Belohnung haben wir in einem Vier-Sterne-Hotel direkt an der Kathedrale Santa Maria übernachtet. Die Kathedrale von Burgos (Bild) wurde vom 13. bis 16. Jahrhundert gebaut, ist nach denen von Sevilla und Toledo die drittgrößte Spaniens und zählt zum Weltkulturerbe der Unesco.
Nach einem erstklassigen Frühstücksbuffet ging es am nächsten (dem sechsten) Tag weiter. Wegen der zwischen Burgos und Leon bereits fertiggestellten Autobahn, ist die alte, quasi verkehrsfreie N 120 mit dem Fahrrad sehr gut zu befahren.
Bei Villasandino sollte die für mich typische Hundejagd wieder beginnen. Bekanntlich sind Radfahrer für Hunde genauso attraktiv wie Postboten. Der Mutige bleibt einfach stehen, ich habe mich in rekordverdächtiger Geschwindigkeit bis weit hinter das Ortsausgangsschild jagen lassen. Das bot weiteren Stoff für die nächsten Videosequenzen. Wie heißt es so schön: Wer den Schaden hat, braucht den Spott nicht zu fürchten.
Die anschließende Mittagspause haben wir in einem sicheren Bushaltestellenhäuschen verbracht.
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Bis zum Abend ging es weiter über die N 120 nach Carrión de los Condes. Im Hotel Hospederia Real Monasteria de San Zoilo (Bild, http://www.sanzoilo.com), einem ehemaligen Benediktinerkloster, haben wir die stilvollste Übernachtung des Urlaubs verbracht. Das alte Gebäude ist zeitgemäß renoviert ohne dabei seine Ursprünglichkeit zu verlieren.
Am siebten Tag führte un der Weg weiter nach Leon. Die N 120 haben wir kurz hinter Sahagún verlassen und sind zum Mittag nach El Burgo Ranero gefahren. Das dortige Hostal bot vielen Pilgern Unterkunft, mit denen wir ab 14 Uhr das dortige Einheitsmenü verspeisen konnten.
Für uns war die Reise heute aber noch nicht zu Ende, schließlich wollten wir ja noch bis nach León fahren, um dort zu übernachten. Die letzten Kilometer auf der N 601 zogen sich bei heftigem Gegenwind noch sehr hin, so dass wir nach der Ankunft (gegen 19 Uhr) in León sehr froh waren, es endlich geschafft zu haben.
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Noch am Abend konnten wir in León die Kathedrale Santa Maria La Regla (Bild) besichtigen. Mit dem Bau der Kathedrale wurde im 13. Jahrhundert durch einen französischen Baumeister begonnen. Als besonders sehenswert gelten die 1800 m² Buntglasfenster, die bei Sonnenschein in voller Farbenpracht leuchten.
Beim abendlichen Stadtrundgang hat uns dann nach vier schönen Sonnentagen ein Gewitter überrascht. Zum Glück gleich in der Nähe einer Pizzeria, so dass wir nach unzähligen "Filete con Patata frita" (so oder so ähnlich hieß die dünne Fleischscheibe mit Pommes) endlich ein wenig Abwechslung in unsere Ernährung bringen konnten.
Am achten Tag sind wir bis mittags zum nächsten Kultur-Highlight, dem Bischofspalast von Astorga geradelt. Dieser wurde von Antoni Gaudí ab 1889 geschaffen. Die Fertigstellung erfolgte wegen Differenzen mit der Kirche jedoch erst in 1913 durch Ricardo Guereta.
In Astorga haben wir auch ausgiebig gegessen, um uns für die nächste anstrengende Bergetappe zu stärken. Die knappen Portionen gewohnt, haben wir gleich zwei Sachen bestellt: "Hamburger Completo" und "Chicken-Sandwich". Die Portionen waren ausnahmsweise sehr reichhaltig und es hat uns sehr viel Mühe gekostet, das alles zu essen.
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In Kastilien keine Seltenheit sind die vielen Storchennester (Bild), die wir während der Radtour gesehen haben. Dieses hier haben wir kurz vor Astorga entdeckt. Anfänglich habe ich noch jedes einzelne Nest fotographiert, davon bin ich aber schnell abgekommen. Hinterher schien es mir, als wenn wirklich auf jedem Kirchturm, jedem Schornstein und jedem irgendwie dazu geeigneten Hausdach so ein Nest errichtet wurde.
In Astorga mussten wir noch geeignete Steine für die anschließende Bergetappe suchen. Der Ort wirkte steinmäßig so gut wie abgegrast. Zum Glück haben wir nach dem Ortsausgang noch ein altes Mäuerchen gefunden, von dem wir drei Steine entfernen konnten. Schließlich ist es ein alter Pilgerbrauch (schon in alten Führern aus dem 12. Jahrhundert dokumentiert), auf die 1504 m hohe Passhöhe über die Berge von León einen schweren Stein mitzunehmen und ihn dort abzulegen.
Der stetig ansteigende Weg führte von Astorga über Castrillo de los Polvazares, El Ganso, Rabanal del Camino und Foncebadon auf die Passhöhe zum Cruz de Ferro. Die von uns auf den Fahrradgepäckträgern transportierten Steine haben bei den überholten Pilgern größeres Gelächter ausgelöst. Wahrscheinlich dachten sie, dass wir wegen der Größe der Steine besonders viele Sünden begangen hätten.
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Am Cruz de Ferro (Bild) angekommen, waren wir überwältigt von dem Steinhaufen, der sich dort in Jahrhunderten angesammelt hatte.
Während des Aufstiegs hatte sich das Wetter wieder verschlechtert und es sind dunkle Wolken aufgezogen. Wegen fehlender Übernachtungs-möglichkeiten und da es ausgeschlossen war umzudrehen, mussten wir also noch weiterfahren. Bei der Abfahrt hat es uns dann regenmäßig auch noch erwischt. Dicke Hagelkörner sind auf uns niedergeprasselt und bis zur nächsten Unterstellmöglichkeit waren wir patschnass. Irgendwie haben wir es dann aber doch noch bis nach Ponferrada, dem heutigen Tagesziel, geschafft. In der Summe heute immerhin 107 Kilometer und das bei den Anstiegen.
Am neunten Tag sollte uns die Anstrengung des Vortags aber noch in den Knochen liegen. Außerdem spielte das Wetter wieder nicht richtig mit. In Ponferrada haben wir schließlich auch den Jakobsweg (welcher weiter nach Santiago de Compostela führt) verlassen und das muss den heiligen Jakob irgendwie erzürnt haben. Trotz meines Geburtstags fing es ab mittags an zu regnen. So haben wir es nur bis A Rúa geschafft, einem recht trostlosen Ort in einem Gebiet, das hauptsächlich vom Bergbau lebt.
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Das Wetter blieb auch am zehnten Tag durchwachsen, aber immerhin hat es nicht mehr geregnet. Für uns standen wieder schwere Bergetappen auf dem Programm, die aus der Karte so nicht ersichtlich waren. Über drei Pässe mit tiefen dazwischenliegenden Tälern ging es bis nach Castro Caldelas. Insgesamt nur gut 50 km. In Castro Caldelas galt es am Abend noch ein Kastell aus dem 12. Jahrhundert zu besichtigen.
Am nächsten Morgen, dem elften Tag, ging es bei wolkenverhangenem Wetter weiter. Für die anstrengenden Bergauffahrten war das bedeckte Wetter vielleicht günstig, aber die Aussicht auf den folgenden Canyon del Sil (Garganta del Sil) hat es doch leider mächtig eingeschränkt. Aber trotz der schlechten Sicht blieb die Landschaft imposant.
Die Fahrradstrecke über die kleine Straße zwischen Castro Caldelas und der N 120 nach Ourense am Rio Sil entlang erwies sich als sehr kurvenreich, anstrengend und zeitaufwändig, bot aber faszinierende Ausblicke. Das Bild zeigt den Blick auf das weite Tal bei Piedra del Sol.
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Der nach Piedra del Sol nächste Ort hieß Parada do Sil (Bild hinter dem Ortsaugang ins Tal). Die kleinen Örtchen besitzen in dieser Gegend so gut wie keine Infrastruktur und sind erst recht nicht touristisch erschlossen. Vielmehr sind sie eine Ansammlung von Höfen.
Hinter Parada do Sil haben wir wieder eine Hundebegegnung gehabt. Dieses Mal bin aber auch ich ganz ruhig geblieben und so ist uns der Hund brav hinterher getrottet bis zur höchsten Stelle des Canyons. Bei der anschließenden Bergabfahrt musste der Hund einsehen, dass er keine Chance hatte mitzuhalten und ist zurückgelaufen.
Die Gegend war so einsam, dass es kein Geschäft oder irgendetwas gab, wo man zu Mittag hätte essen können. Somit mussten wir uns mit den noch mitgeschleppten Keksen und Weingummis begnügen.
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Kurz vor seiner Einmündung in den Rio Mino wird der Rio Sil noch in zwei Talsperren aufgestaut. Deren erste ist der Embalse de Sto. Estevo, dessen Staubecken auf dem Bild zu sehen ist. Am rechten Bildrand sind noch die Ausläufer der Schluchten der "Gargantas del Sil" zu erkennen. Links sieht man die Serpentinen, die zur Staumauer, einer Bogengewichtsmauer aus Beton, führen.
Nach den Gargantas del Sil führte uns der Weg über die N 120 direkt nach Ourense. Zum Glück war dieser Streckenabschnitt nur noch abschüssig, schließlich waren wir ziemlich ausgelaugt und mussten ohne vernünftiges Mittagessen auskommen.
Die Anfahrt über die N 120 nach Ourense war - wie auch die Ausfahrt am nächsten Morgen über die N 540 nach Celanova -relativ gut befahren, so dass dieser letzte Abschnitt nicht ganz so schön war.
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Eine moderne Sehenswürdigkeit stellt die neue, elegant geschwungene Brücke von Ourense (Bild) dar. Über eine umlaufende Treppe lassen sich beide Pylone der Brücke besteigen und dazwischen ein Blick unter die Brücke werfen.
In Ourense hatten wir wieder ein Hotelerlebnis der besonderen Art. Nachdem uns der Portier die Zimmer schon zugesagt hatte, kam seine Frau (oder Chefin) und meinte, dass alles besetzt sei und wir wieder gehen müssten. Im dritten Anlauf haben wir dann aber doch noch ein Hotel gefunden.
Der folgende 12. Tag fing morgens wieder mit andauerndem Regen an. Naja, immerhin boten die Pausen genug Zeit für weitere Videosequenzen, bis heute immerhin schon knapp zwei Stunden - oje, wer soll sich das nur alles angucken. Wer hatte noch gleich die nutzlosesten Sachen dabei?
Bis mittags haben wir es dann aber doch noch nach Celanova geschafft. Für den Nachmittag lag noch ein straffes Programm vor uns, immerhin wollten wir es noch über drei Pässe bis nach Portugal schaffen.
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Ganz nach dem Motto einmal ist keinmal hat Marion sich noch zwei Bienenstiche eingehandelt. Den ersten kurz hinter Bande bei der Bergabfahrt von der ersten Passhöhe, dem 850 m hohen Alto de Vieiro.
Trotz der bedrohlichen Wolken wollten wir noch die nächsten Pässe nach Gerês in Portugal nehmen. Zunächst ging es über den 770 m hohen Portelá do Homem, auf dessen Passhöhe sich die spanisch-portugiesische Grenze (Bild) befindet. Hinter der Grenze fängt der Peneda-Gerês-Nationalpark an, Portugals schönster und größter Nationalpark, der durch hohe Berge, viele kleine Wasserfälle und eine üppige Vegetation besticht.
Nach einer kurzen Bergabfahrt folgte der 855 m hohe Portela de Leonte, wo Marion sich ihren zweiten Bienenstich zuzog. Zum Glück war es von hier nicht mehr weit bis nach Gerês, wo wir einen Vorort schon für das Ortszentrum gehalten haben und uns wunderten, dass es kein Hotel gab. Naja, immerhin haben wir ein Privatzimmer zum Übernachten gefunden.
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Am nächsten Morgen, dem 13. Fahrradtag ging es weiter bergab zum südlichen Ende des Peneda-Gerês-Nationalpark (Bild). Von hier aus wollten wir schnellstmöglich nach Póvoa de Varzim, einem Badeort an der Atlantikküste nördlich von Porto. Dort haben wir uns erst einmal einen Tag Pause zum Entspannen verdient. Nach Jürgen W. Möllemanns Freitod bot die Bildzeitung genug Stoff zum Lesen, so dass uns nicht langweilig wurde.
Aber irgendwie waren wir dann doch alle wieder froh, als es am nächsten Tag endlich wieder auf die Fahrräder ging. Die letzten 40 km nach Porto hat keiner mehr so richtig ernst genommen, so dass wir und gleich das erste und einzige Mal des Urlaubs verfahren haben, weil wir der Beschilderung über die Autobahn nach Porto gefolgt waren.
Dem Flughafen von Porto haben wir uns dann quasi über Stock und Stein von hinten genähert. Die Fahrräder haben wir im dortigen Parkhaus gelassen und sind mit dem Bus in die Innenstadt gefahren, wo wir uns ein Hotel für die letzten zwei Nächte gesucht haben.
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In Porto (Bild) haben wir dann noch einen weiteren unserer Reservetage verbracht und uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt angeschaut.
Überrascht waren wir an beiden Abenden jeweils vom Essen. Am ersten Abend weil unsere Erwartungshaltung sehr gering war und es dann sehr lecker geschmeckt hat. Einen Tag später dann, weil wir eigentlich gar nicht so richtig etwas bestellt hatten und zwangsweise an einem All-You-Can-Eat teilgenommen haben, bei dem man nach jedem kleinsten Bissen ein neues Fleischstück vom Spieß serviert bekam bis der Teller zum Bersten gefüllt war.
Am Pfingstmontag kam dann der für uns letzte Urlaubsakt. Trotz aller Befürchtungen mit unseren 20 kg Freigepäck (incl. Fahrräder) bei einem Gewichtszuschlag von 12,20 Euro pro kg noch einmal tief in die Tasche greifen zu müssen, hat die Gepäckaufgabe problemlos funktioniert. Ja, die Fahrräder wurden sogar noch nicht einmal abgewogen. Als einzige Vorbereitung mussten wir nur die Luft aus den Reifen lassen. Der Flug hat auch soweit geklappt, bis auf einige zusätzliche Macken, die die Fahrräder abbekommen haben. Im Ganzen war der Fahrradtransport mit dem Flugzeug schon bequemer als mit der Bahn.
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| Weiterführende Literatur: |
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seit 25.03.1999
Letzte Änderung: 09.09.2006
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