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Radtour 2001: Genua - Lourdes
Tour-Daten der 5. Etappe:
Zeitraum: 14.07.2001 - 28.07.2001, davon 12,5 Fahrradtage
Streckenlänge: 1150 km
Einzeletappen:
1. Tag: Ankunft Genua, Savona, Finale Ligure
2. Tag: Finale Ligure, Alassio, Imperia, San Remo, Ventimiglia, Mortola Inferiore
3. Tag: Mortola Inferiore, Menton, Monaco, Villefranche, Nizza, Pont-du-Loup, Greolieres
4. Tag: Greolieres, Valderoure, Logis-du-Pins, Comps, Canyon Du Verdon
5. Tag: Canyon Du Verdon, Moustiers, Riez, Valensole, Manosque
6. Tag: Manosque, Lourmarin, Lauris, Eyguieres, Fontvieille, Tarascon
7. Tag: Tarascon, Remoulins, Pont du Gard, Sanilhac, St. Chaptes, Moussac, Ledignan, Lezan
8. Tag: Lezan, Durfort, St. Hippolyte, Grotte des Demoiselles, Gorges de l'Herault, Clermont l'Herault
9. Tag: Clermont l'Herault, Roujan, Beziers, Maureilhan, Capestang, Salleles, Roubia, Puicheric, Capendu
10. Tag: Capendu, Fonties d'Aude, Carcassonne, Cavanac, Verzeille, Limoux, Mirepoix
11. Tag: Mirepoix, Laroque d'Olmes, Foix
12. Tag: Foix, Grotte du Mas-d'Azil, Lescure, St. Girons, Mercenac, Mane, Pointis-Inard, St. Gaudens
13. Tag: St. Gaudens, Montrejeau, St. Laurent, la Barthe, Mauvezin, Bagneres, Trebons, Lourdes
Tourkarte:

Zum Vergrößern auf die Karte klicken.
Tourbericht:
Die Anreise mit der Bahn gestaltet sich wegen der zunehmenden Entfernung von zuhause immer schwieriger. Diesmal waren einige mehrstündige Fahrkartenschalter- und Reisebürobesuche nötig, um eine funtionierende Bahnverbindung mit Fahrradmitnahme für Hin- und Rückfahrt zu buchen. Auf die Flugzeug-Option mit Umstieg in Paris haben wir dankend verzichtet. Naja, dafür waren wir dieses Jahr auch wieder für 2 Wochen unterwegs und zu dritt: "Life can be so beautyful, ..."!
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--- 1. Tag ---
Wie üblich beginnt die Etappe millimetergenau dort, wo die letztjährige aufgehört hat. In diesem Jahr ging es daher vom Hauptbahnhof von Genua (Bild) wieder los.
Der aufmerksame Betrachter wird die beiden Verbände an meinen Beinen erkennen. Die zugehörigen Verletzungen hatte ich mir einen Tag zuvor beim Einsteigen in den Zug zugezogen. Vor lauter Urlaubsfreude war ich beim Verabschieden am Bahnhof in Essen zwischen Zug und Bahnsteigkante auf dem Gleiskörper gelandet.
Das war insofern ärgerlich, dass die ersten Tagesetappen an der italienische Riviera entlang führten und für mich die Badesaison somit gleich am ersten Tag schon beendet war.
Am ersten Tag sind wir trotz des wenigen Schlafes im Zug noch bis Finale Ligure geradelt. Hier haben wir recht unspektakulär in einem typischen Touristenhotel in Strandnähe übernachtet.
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--- 2. Tag ---
Am Nachmittag haben wir viel Zeit kurz hinter Ventimiglia verloren. Bei einer durch eine Baustelle bedingten Straßensperre wollten wir einen Umweg auf jeden Fall vermeiden und haben lange versucht, mit unseren Rädern über die Absperrungen zu klettern. Schließlich mussten wir uns doch geschlagen geben und der Umweg war unausweichlich. Nur wenig später haben wir uns bei Mortola Inferiore ein Hotel zum Übernachten gesucht.
Gegen Abend machten wir uns dann entlang der Küstenstraße zu Fuß auf den Weg zu einem geeigneten Restaurant. An der ersten Weggabelung haben wir dem Schild (Bild) zur "Taverna dell' Orso" in 2.000 m vertraut. Dass der italienische Meter nicht mit dem deutschen zu verwechseln ist, war uns ja eigentlich klar, aber dass wir uns hungrig noch auf eine über einstündige Bergwanderung eingelassen hatten, hat uns dann doch überrascht.
Oben in der Taverne angekommen, wurde es dann auch langsam dunkel. Für den mühsamen Anstieg hat uns die Taverne aber mehr als entschädigt. Es gab eine wunderschöne Terrasse, auf der man den lauen Sommerabend mit einem sehr beeindruckenden Ausblick auf Monaco genießen konnte.
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--- 3. Tag ---
Die französische Grenze haben wir am nächsten Morgen passiert. Wir fuhren weiter über die Küstenstraße, wobei wir mit zunehmendem Verkehr in Richtung Monaco zu kämpfen hatten. Dafür boten sich entlang der Straße immer wieder schöne Aussichten auf Monaco (Bild).
Unter den Autoreisenden, die wir im zähflüssigen Verkehr gut überholen konnten, befanden sich auch einige deutsche Touristen. Unter anderem eine jugendliche Reisegruppe, die mit dem Diercke Schulatlas navigierte: "Zu irgendetwas muss das Ding ja gut sein". Hier konnten wir bei der Orientierung helfen.
In Monaco sind wir nicht lange geblieben. Stattdessen fuhren wir weiter in Richtung Villefranche. Etwas ängstlich wegen der französischen Küche und natürlich auch verwöhnt von der italienischen, sind wir dort zu Mittag in einer Pizzeria eingekehrt.
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Nach dem Mittagessen setzten wir uns gleich wieder auf die Räder und haben so schon nach zweieinhalb Tagen Nizza erreicht. Dort standen wir gegen 16.30 Uhr vor der schwierigen Entscheidung, ob wir übernachten oder weiterfahren sollten.
Leichtsinnigerweise und etwas unüberlegt haben wir uns für Weiterfahren entschieden. Wir sind daher noch bis nach 22 Uhr in das 840 m ü. NN gelegene Greolieres ("ich glaube nicht, dass wir da noch ein Hotel finden ...") geradelt.
Nur mit Glück haben wir so spät am Abend noch ein Zimmer sowie etwas zu Essen bekommen. Nachdem wir den kleinen Ort schnell abgesucht hatten, stellten wir fest, dass es keine Pension oder Fremdenzimmer gibt. Der einzige Anlaufpunkt im Ort war eine Pizzeria, wo uns glücklicherweise geholfen werden konnte. Hier vermittelte man uns an ein nettes Ehepaar (Bild), das uns noch ein schönes Zimmer mit Frühstück vermietet hat.
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--- 4. Tag ---
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Schlucht von Verdon (Bild). Wir waren im Glauben, schon den Großteil der Anstrengung geschafft zu haben. Doch weit gefehlt, selbst die flacheren Strecken waren wegen des enormen Gegenwindes richtig anstrengend.
Zwei Touristen auf einer Tagestour von Nizza konnten wir unterwegs noch mit einer Luftpumpe aushelfen. Wir waren mal wieder überrascht, wie schlecht vorbereitet andere auf Tour gehen.
Unsere Beine wurden müder und müder. Entlang der Schlucht gibt es keine größeren Ortschaften und wir wussten nicht, wie weit wir noch fahren mussten, um eine Übernachtungsgelegenheit zu finden. Doch dann hatten wir wieder Glück. Auf halber Strecke am Canyon kam endlich ein Hotel. Abends gab es im Hotel des Canyon du Verdon besondere Spezialitäten. Wozu auch eine gute Küche anbieten, wenn weit und breit keine Konkurrenz liegt. Die würzige Gemüsesuppe war nur nach Eindicken mit Parmesankäse zu ertragen, so dass für die Spaghettis nichts mehr übrig blieb. Noch ungenießbarer war nur das Eisdessert - mit Glassplittern.
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--- 5. Tag ---
Den höchsten Punkt (über 1.200 m) der südlich entlang der Schlucht führenden Straße haben wir am nächsten Tag erreicht. Zum Glück war es hier relativ windstill, so dass uns übermäßige Anstrengungen erspart blieben. Von hier ergab sich ein schöner Ausblick auf die weitere Strecke (Bild).
Vor uns lag eine lange Talabfahrt zum Lac de Ste. Croix, die wir genossen haben. Anschließend haben wir in Moustiers zu Mittag gegessen. Nach einer angenehmen Fahrt durch die Provence haben wir abends Manosque erreicht.
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--- 6. Tag ---
Unspektakulär wäre der nächste Tag verlaufen, wenn nicht, ....
.... ja wenn wir nicht in Tarascon übernachtet hätten.
Dass wir bei der Auswahl der Übernachtung meist nicht sehr zimperlich sind, hatte ich bestimmt schon Mal geschrieben. So auch in Tarascon.
Wir sind hier in einer Pension gelandet, deren Besitzer - zwei jüngere Herren - auffallendes Interesse an Falkos pinkfarbener Fahrradkleidung entwickelt haben. Witzig war es aber trotzdem.
--- 7. Tag ---
Zum Pflichtprogramm für Südfrankreich-Reisende gehört ja auch die Pont du Gard (Bild). Leider waren wir nicht die einzigen, die so dachten und es war dort in der Hauptferienzeit dementsprechend gut besucht. Naja, dafür hat das Wetter sich von seiner besten Seite gezeigt: Strahlend blauer Himmel.
Auf dem weiteren Weg am selben Tag haben wir uns noch hoffnungslos verfahren. Der Ehrgeiz, nicht umzudrehen, hat beim Durchqueren von Trampelpfaden und Sträuchern einiges an Aufwand gekostet.
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--- 8. Tag ---
Am nächsten Tag ging es dann zur Grotte des Demoiselles, einer besonders großen Höhle mit einem 52 m hohen unterirdischen Saal. Ohne Führung gab es keinen Einlass, so dass wir uns über eine Stunde einer französischen Gruppe anschließen mussten und nichts verstanden haben.
Schöne Eindrücke von der Landschaft haben sich auch bei der Fahrt durch die Gorges de l'Herault (Bild) ergeben.
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--- 9. Tag ---
Nachdem wir in den letzten Tagen so manchen Anstieg zu bewältigen hatten, ging es auf der weiteren Strecke nach Süden wieder etwas gemütlicher zu. Wir radelten viel durch flaches Land (Bild).
Gegen Mittag fuhren wir in eine vergleichsweise große Stadt: Beziers. Wir nutzten die Gunst der Stunde und kehrten zum Essen bei McDonalds ein.
Ab Beziers führte unsere Strecke bis Capendu weiter nach Osten. Hier hatten wir leichte Mühe, noch eine Übernachtungsgelegenheit zu finden. Nach Durchfragen in einigen Privatgärten landeten wir schließlich in einem Hotel mit einem schönen Rundhof.
Hier gab es auch ein umfangreiches und schmackhaftes Abendmenü. Etwas ungeschickt haben wir uns nur bei der Käseplatte angestellt. Die umfangreich servierte Käseauswahl war wohl nur zum Probieren und nicht zum Aufessen gedacht. |
--- 10. Tag ---
Die nächste Sehenswürdigkeit auf unserem Programm war die Cite von Carcassonne (Bild). Aus der Ferne war die beeindruckende Festung sehr imposant und sehenswert. Die Besichtigung des Inneren hat sich wegen der touristischen Ausschlachtung nur bedingt gelohnt. Von Plastikrüstungen über Ansichtskarten bis zu diversen Pizzen ist innerhalb der Mauern alles erhältlich, was das Touristenherz begehrt.
Weil wir hier so schnell wie möglich wieder weg wollten, haben wir erstmal auf das Mittagessen verzichtet. Allerdings war das auch keine gute Idee, weil es auf der weiteren Etappe nichts Essbares mehr zu kaufen gab.
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Unsere Etappe führte uns noch nach Mirepoix (Bild), eine Stadt, die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Und das lag nicht nur am köstlichen Abendessen.
--- 11. Tag ---
Einen halben Tag Pause haben wir uns in Foix, dem diesjährigen Etappenort der Tour de France, gegönnt. Allerdings waren wir drei Tage zu spät dort. Auf einigen Straßen waren auf dem Asphalt noch die Sprüche zur Anfeuerung bzw. Demoralisierung der Fahrer zu lesen.
Als wir in Foix mittags in einem Restaurant hielten und dort sehr leckere Speisen vom heißen Stein zu uns nahmen, waren wir noch der festen Überzeugung, anschließend weiter zu fahren. Wir verabschiedeten uns von der Bedienung, die uns für die weitere Strecke viel Glück wünschte.
Voller Magen fährt nicht gern. So entstand der spontane Entschluss zu bleiben. Wir waren uns schnell einig, das Restaurant von heute Mittag auch fürs Abendessen zu besuchen und nochmal das gleiche zu bestellen. Dort war man entsprechend überrascht... |
--- 12. Tag ---
Durch den geruhsamen Nachmittag am Vortag waren wir am nächsten Morgen frisch und ausgeruht für die nächste Tagesetappe.
Eine schöne Überraschung bot die Grotte du Mas-d'Azil (Bild). Durch die Höhle führt die Autostraße neben dem Fluss genau durch den Berg.
Größere Probleme, einen Platz zum Übernachten zu finden, stellten sich in St. Gaudens ein. Im Ort fand zeitgleich eine Ausstellung für Modellautos statt und alle Zimmer waren belegt. Doch es gab eine Ausnahme: Das Hotel "La Belle Epoque".
Der Name war Programm: Das Hotel hatte seine besseren Tage bereits lange hinter sich gebracht. Uns blieb keine andere Wahl. Trotz Uringestank im Flur buchten wir uns ein. Sicherheitshalber ließen wir zum Übernachten aber unsere Fahrradsachen an und kamen erst gar nicht auf die Idee, unsere Taschen zu öffnen. |
--- 13. Tag ---
Ungewaschen und ungefrühstückt verließen wir das so genannte Hotel am nächsten Morgen recht früh. Beides holten wir aber in einem nahe gelegenen Cafe nach, so dass wir uns halbwegs frisch wieder auf die Räder schwingen konnten.
Der weitere Verlauf unserer diesjährigen Tour führte am Fuß der Pyrenäen entlang nach Lourdes. Auf halber Strecke erwischte uns auch der einzig starke Regen der diesjährigen Schönwettertour. Wir hatten Glück und konnten die Zeit trocken in einem Rohbau überbrücken. |
Am frühen Nachmittag erreichten wir Lourdes (Bild). Trotz der anstrengenden Anreise ist das erhoffte Wunder in Lourdes ausgeblieben.
Naja, vielleicht überkommt es uns ja im nächsten Jahr, wenn wir wieder mit der Bahn anreisen.
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