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Radtour 2000: Passau - Genua


Tour-Daten der 4. Etappe:

Zeitraum: 15.07.2000 - 28.07.2000, davon 11.5 Fahrradtage
Streckenlänge: 1180 km, Gesamtanstieg: 3840 hm


Einzeletappen:

1. Tag: Ankunft Passau mit Mietwagen / Tourstart: Passau, Schärding, Reichersberg - 45 km, 140 hm, max.: 349 m ü. NN - gpsies.com
2. Tag: Reichersberg, Braunau, Stammham, Neuötting, Mühldorf, Waldkraiburg - 110 km, 200 hm, max.: 440 m ü. NN - gpsies.com
3. Tag: Waldkraiburg, Wasserburg, Rosenheim, Erl, Kiefersfelden - 104 km, 280 hm, max.: 542 m ü. NN - gpsies.com
4. Tag: Kiefersfelden, Kufstein, Wörgl, Rattenberg am Inn, Jenbach, Innsbruck, Oberhofen - 128 km, 200 hm, max.: 623 m ü. NN - gpsies.com
5. Tag: Oberhofen, Brennbichl, Schönwies, Landeck, Prutz, Pfunds - 95 km, 550 hm, max.: 971 m ü. NN - Pension in Pfunds - gpsies.com
6. Tag: Pfunds, Nauders, Reschen, Laas, Latsch, Naturns - 98 km, 700 hm, max.: 1542 m ü. NN - gpsies.com
7. Tag: Naturns, Meran, Bozen, Salurn - 95 km, 175 hm, max.: 558 m ü. NN - gpsies.com
8. Tag: Salurn, Trento, Roverto, Mori, Torbole am Gardasee - 85 km, 150 hm, max.: 277 m ü. NN - Hotel in Torbole - gpsies.com
*** Ruhetag in Torbole am Gardasee ***
9. Tag: Torbole am Gardasee, Riva, Limone, Salo, Prevalle, Castenedolo, Bagnolo, Manerbio - 116 km, 400 hm, max.: 389 m ü. NN - gpsies.com
10. Tag: Manerbio, Casalbuttano, Pizzighettone, Stradella - 140 km, 120 hm, max.: 107 m ü. NN - gpsies.com
11. Tag: Stradella, Broni, Verrua Po, Pizzale, Isola S. Antonio, Sale, S. Giuliano, Novi Ligure - 99 km, 175 hm, max.: 202 m ü. NN - Hotel Albergo della Corona - gpsies.com
12. Tag: Novi Ligure, Gavi, Voltaggio, Passo della Bocchetta, Campomorone, Genua - 65 km, 750 hm, max.: 772 m ü. NN - gpsies.com
*** Ruhetag und Abreise Genua mit der Bahn ***


Tourkarte:


Tourbericht:

Verliefen die bisherigen Etappen bis auf einige Zwischenstücke ohne größere Anstiege und parallel zu Flüssen, so kam ab Passau die Wende: Wir entschieden uns über die Alpen zum Gardasee zu fahren. Von den Flüssen konnten wir uns nicht so ganz trennen. So wollten wir am Inn entlang flussaufwärts nach Pfunds fahren, dann über den Reschenpass und schließlich entlang der Etsch abwärts Richtung Verona.

--- 1. Tag ---

Die Anreise nach Passau erfolgte ohne größere Komplikationen mit dem Mietwagen, so dass wir den örtlichen Bahnhof gegen Nachmittag erreichten. Nach dem Ausladen der Fahrräder mussten wir diese noch kurz wieder zusammenbauen (Bild), ehe die diesjährige Radtour beginnen konnte.
Von Passau stießen wir direkt zum Inn, demm wir noch 35 km bis nach Reichersberg folgten, ehe wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit suchen wollten. Nach Reichersberg gelangten wir über einen Holzsteg über das Auengebiet des Inn (Bild).
--- 2. Tag ---

Von Reichersberg führte uns die Strecke immer am Inn (Bild) entlang über Braunau und Neuötting nach Waldkraiburg, wo wir nach einer kurzen Diskussion mit einem Autofahrer über das Linksabbiegen im Straßenverkehr auch übernachtet haben.
--- 3. Tag ---

Am nächsten Morgen starteten wir bei gutem Wetter in Waldkraiburg, um über Wasserburg und Rosenheim nach Kiefersfelden zu gelangen. Erster Stopp war nach kurzer Zeit an einer Brücke mit Blick auf das Wasserkraftwerk Jettenbach (Bild).
Ein erster kleinerer Anstieg (Bild) vor Wasserburg hat uns aufgrund der Anstrengung schon einen kleinen Schrecken eingejagt, welche Herausforderung mit der Alpenüberquerung über den Reschenpass noch vor uns liegt..
Am späten Vormittag näherten wir uns Wasserburg (Bild). Auf der Suche nach einer Apotheke zum Kauf der mittlerweile legendären Spalt-Schmerzsalbe haben wir im Ort einen Stopp eingelegt.
Vor dem Stadttor von Wasserburg legten wir eine kurze Pause für einen Fotostopp ein (Bild).
Hinter Wasserburg konnte man auf flacher Strecke das erste Mal die Alpen in der Ferne liegen sehen (Bild). Wir waren beeindruckt.
Gegen Nachmittag legen wir eine weitere Pause auf freier Strecke ein (Bild).
In Rosenheim haben wir uns dann an einer Autobahnüberführung verloren und über eine Stunde gebraucht, uns wieder zu finden. Um wieder zueinander zu finden, mussten wir unabhängig voneinander, von einer Telefonzelle aus, in der Heimat anrufen. Wenige Jahre später, in einer Zeit in der jeder ein Handy besitzt, ist solch ein Problem von früher kaum noch vorstellbar.

Nach der Wiedervereinigung fuhren wir hinter Rosenheim durch einen schönen Waldweg in der Nachbarschaft des Inns (Bild).
Die Alpen kamen langsam näher. An einer Brücke über den Inn legten wir einen Fotostopp vor der Bergkulisse ein (Bild) und wechselten auf die österreichische Seite des Inn.
In Erl fuhren wir am frühen Abend noch an dem 1957-59 durch den Innsbrucker Architekten Robert Schuller errichteten Passionsspielhaus (Bild) vorbei.

Jetzt waren es nur noch wenige Kilometer bis zu unserem Übernachtungsort Kiefersfelden zu bewältigen.
--- 4. Tag ---

Ab Kiefersfelden führte der ausgeschilderte Inntalradweg teilweise recht nah an der Autobahn entlang. Der erste Teil der Strecke nach Oberhofen war daher nicht so schön, aber die Strecke besserte sich zum danach wieder. Erstes Highlight war das malerische ehemalige Kloster und nun Augustinermuseum in Rattenberg (Bild).
In einem gemütlichen Cafe mit schöner Außenterrasse zwischen Rattenberg und Innsbruck legten wir kurz nach der Mittagszeit eine erholsame Pause ein (Bild).
Anschließend ließen wir uns wieder von den umliegenden Bergen beeindrucken und legten einen kurzen Fotostopp auf dem Innradwegein (Bild).
Gegen Nachmittag erreichten wir Innsbruck, wo wir nach einer kurzen Stadtrundfahrt mit dem Rad eine Kuchenpause in einem weiteren Cafe eingelegt haben. Anschließend haben wir uns die Innenstadt von Innsbruck noch zu Fuß angeschaut (Bild) und in einem Sportgeschäft noch nach neuen Fahrradhosen Ausschau gehalten.
br>Bis zum Abend sind wir schließlich noch gut 27 km bis nach Oberhofen gefahren, wo wir uns eine Pension zur Übernachtung gesucht haben.
--- 5. Tag ---

Der nächste Tag von Oberhofen nach Pfunds bedeutete dann den ersten schweren Anstieg. Doch zunächst führte die Strecke durch das weite Inntal bis Landeck nur verhalten bergauf (Bild).
Da der ausgesuchte Radweg sich noch ein Stück weit vom Inn entfernte, mussten wir vor Landeck noch einen kleinen Berg überwinden. Dafür ergaben sich aber schöne Ausblicke auf die Bergwelt der Alpen (Bild).
Hinter Landeck erreichten wir das Oberinntal. Fortan nahm die durchschnittliche Steigung leicht zu, dafür blieb sie aber weitgehend gleichmäßig. Zudem war die Radstrecke gut ausgebaut, so dass wir die erste richtige Bergetappe gut überstehen konnten. Wenige Kilometer vor Prutz wechselten wir über die Pontlatzer Brücke auf die andere Innseite (Bild).
Durch das Oberinntal führte uns die Strecke entweder über die wenig befahrene Reschenstraße (Bild) oder über einige Umfahrungen auf Nebenwegen direkt am Inn.
Auf den letzten Kilometern zwischen Ried und Pfunds erwartete uns noch ein letzter Anstieg (Bild), ehe es daran anschließend etwas verhaltener zum Zielort ging. Im Ganzen war die Etappe aufgrund der guten Wegequalität und der am Ende doch recht gleichmäßigen Steigungen gut zu schaffen und deutlich weniger anstrengend als zuvor gedacht.
In Pfunds haben wir uns wieder eine Pension zur Übernachtung gesucht uns sind in einer recht schlichten Unterkunft mit viel zu kurzen Betten gelandet (Bild).
--- 6. Tag ---

Mit der eigentlichen Königsetappe stand uns an diesem Tag der Hauptanstieg bis auf 1540 m ü. NN bevor. Weil die Fahrradstrecke auf dem letzten Stück nicht mehr neben der Pass-Strasse separat geführt wird, sondern man sich die Straße mit dem übrigen Verkehr teilt, sind wir recht früh aufgebrochen. Auf den ersten Metern bis zum Abzweig der Engadiner Straße fuhren wir jedoch noch auf einem angenehmen Parallelweg (Bild).
Anschließend ging es weiter zum finalen Anstieg auf der eigentlichen Rechenstraße (Bild).Auf das Schlimmste gefasst und vom Ehrgeiz getrieben, auf keinen Fall aufzugeben, waren wir überrascht, wie gut unser Anstieg letztlich geklappt hat. Der fortwährend gleichmäßige Anstieg war besser zu bewältigen, als wir gedacht hatten!
Auch der Verkehr war nicht annähernd so stark wie befürchtet und so hatten wir noch genügend Muße, die herrliche Landschaft zu bewundern (Bild).
Auf den letzten Kilometern bis Nauders, wir waren mittlerweile auf dem Hochplateau angekommen, konnten wir wieder auf schmale Fuß- und Wirtschaftswege ausweichen (Bild). Mit Erreichen des Ortszentrums stand uns die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, den Anstieg nach Nauders so gut bewältigt zu haben.
Auf dem Hochplateau bei Nauders ließen wir es wieder etwas gemütlicher angehen, machten eine kurze Pause und genossen den Ausblick auf den Ort Nauders (Bild).
Zwischen den Orten Nauders und Reschen mussten wir noch die österreichisch-italienische Grenze passieren (Bild). Wir nutzten jede Gelegenheit zu einer weiteren Pause und schossen das nächste Foto.
Die eigentliche Passhöhe erreichten wir im Ort Reschen (Bild). Hier ließen wir unserer ausgelassenen Freude über das erreichte Ziel freien Lauf.
Am Reschensee (Bild) haben wir uns eine ausgiebige Mittagspause gegönnt. Unser eigentliches Ziel hatten wir erreicht. Wir waren dementsprechend glücklich, ausgelassen und auch ein wenig stolz auf unsere Leistung.
Unmittelbar hinter Reschen verließen wir wieder die eigentliche Passstraße, um auf schmalen Wirtschaftswegen weiter zu fahren (Bild). Zunächst ging es daher allerdings erstmal wieder bergauf, jedoch nicht übermäßig viel. Statt der eigentlichen 1.504 m ü. NN Passhöhe lag unser höchster Punkt bei 1.542 m ü. NN und sollte für einige Jahre der höchste Punkt der Europa-Radtour bleiben.
Den Lohn unserer Mühen wollten wir noch am gleichen Tag einlösen. Wir machten uns daher an die rauschende Talabfahrt und sind bis zum Abend noch bis Naturns gefahren. Nach den anstrengenden Bergetappen war das Bergabrollen ein wirklicher Genuss!

Unterwegs mussten wir uns nach einer Unkonzentriertheit am richtigen Abzweig noch auf eine Wiesenpassage einlassen (Bild). Bei der Abfahrt vom Reschenpass galt noch die eiserne Regel, dass trotz Verfahrens nicht umgedreht wird.
Je weiter wir nun den Reschenpass wieder hinunter fuhren und nun dem Etschradweg folgten, desto weiter öffnete sich das Tal und an desto intensiver landwirtschaftlich genutzten Flächen fuhren wir vorbei (Bild). Während wir weiter oberhalb noch durch riesige Apfelbaumplantagen gefahren waren, begleiteten uns nun diverse Mais- und Getreidefelder.

In Naturns suchten wir noch kurz eine Stammunterkunft aus Marions Winterurlauben auf, ehe wir uns auf die Suche nach unserer eigenen Unterkunft machten. Eine herausragende Erwähnung sollte noch das Abendessen finden. War die Küche in Österreich schon gut, so war sie in Südtirol unschlagbar. Das sollte auch an den Folgetagen noch so bleiben.
--- 7. Tag ---

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Meran, Bozen und Salurn. Bis auf wenige Ausnahmen waren die Radwege entlang der Etsch gut ausgebaut. Fehlende Zwischenstücke waren auch in älteren Reiseführern schon als Baustelle beschrieben, es dauert halt alles seine Zeit.

In Meran machten wir eine längere Pause, die wir leider jedoch fast hauptsächlich dazu nutzten, in einem Buchladen nach Kartenmaterial für die weitere Strecke zu suchen. Schließlich hatten wir uns ja nur vorgenommen, irgendwie Richtung Gardasee zu fahren. Bisher waren wir so gut voran gekommen, dass wir die Strecke noch gut verlängern konnten. Trotz intensiver Recherche konnten wir keine geeigneten Fahrradkarten finden, studierten aber einige Autokarten für die Weiterfahrt zum Gardasee. Unser mitgenommenes Kartenmaterial endete ja mit dem Etschradweg noch vor dem Gardasee. Abschließend machten wir vor dem Buchladen noch ein Foto (Bild).
Anschließend verließen wir Meran mit Blick auf die Theaterbrücke über die Passer, einen Zufluss der Etsch (Bild).
Am Etschradweg zwischen Meran und Bozen machten wir eine gemütliche Pause auf einer schattigen Bank (Bild).
Bei herrlichem Wetter fuhren wir weiter an der Etsch bis Bozen. Hier throhnt hoch oben auf den Bergen das Schloss Sigmundskron (Bild).
Salurn erreichen wir nachmittags (Bild). Wir genießen noch das schöne Wetter und lassen uns abends das Essen wieder schmecken.
--- 8. Tag ---

So langsam mussten wir uns Gedanken machen, wohin unsere Tour weiter gehen sollte. Mit unserem Wissen aus dem Buchladen in Meran kannten wir zumindest einen geeigneten Weg zum Gardasee. Also fuhren wir erstmal weiter den Etschradweg (Bild) von Salurn in Richtung Rovereto.
Mit dem Wissen, die Etsch bald verlassen zu müssen, schossen wir noch ein Foto, von der nun mit zunehmender Strecke immer breiter werdenden Etsch (Bild). Morgens hatten wir beschlossen, bei Rovereto die Etsch zu verlassen und nach Torbole am Gardasee zu fahren.
Nach der langen Bergabstrecke an der Etsch hieß es nun erstmal wieder bergauf zu fahren. In Richtung Gardasee waren zunächst etwa 125 Höhenmeter zu bewältigen. Klar, dass wir froh waren, bei einer geeigneten Bank erstmal eine Pause einzulegen (Bild).
Rein optisch gefielen uns die Berge auf dem Weg zum Gardasee (Bild).
Zum Glück waren die Fahrradwege zum Gardasee gut ausgeschildert und ebenso gut asphaltiert (Bild), so dass wir zügig voran kamen. Hinter einer Kurve bei einer Unterführung hatten wir Glück, dass wir einem eilig entgegen kommenden Radler noch rechtzeitig ausweichen konnten.
Mittlerweile war das schöne Wetter von den Vortagen und auch noch vom Vormittag endgültig verschwunden. In den Bergen um den Gardasee hingen dichte Wolken und die Sicht war diesig. Trotzdem war der erste Blick auf den Gardasee beeindruckend. Von nun an ging es nur noch bergab. Gleich im ersten Ort am Gardasee, Torbole (Bild), suchten wir uns ein Hotel.

Dies sollte sich als gar nicht so einfach erweisen, der Ort schien restlos ausgebucht zu sein. Glücklicherweise fanden wir noch zwei eigentlich nicht zu vermietende Zimmer direkt unter dem Dach eines Hotels.
--- Ruhetag in Torbole am Gardasee ---

Am Gardasee angekommen, haben wir uns erstmal einen Tag Pause gegönnt, auch um in diversen Buchläden nach geeignetem Kartenmaterial für die weitere Tour zu suchen. Gefunden und schließlich auch gekauft haben wir nur diverse Autokarten im Maßstab 1:200.000, welche zum Fahrradfahren nur bedingt geeignet waren.

Ansonsten genossen wir den Tag mit einem Strandspaziergang und viel Ausruhen. Auf dem Weg zum Abendessen kamen wir noch am Goethe-Haus von Torbole vorbei (Bild).
--- 9. Tag ---

Von nun an in der Navigation auf Autokarten angewiesen, haben wir auch gleich den entscheidenden Fehler gemacht. Wir entschieden uns, den Gardasee an der Westseite zu passieren. Auf dieser Seite war erstens sehr viel Verkehr und zweitens eine Vielzahl dunkler und stickiger Tunnel.

Noch am Gardasee nutzten wir die Gelegenheit zum Mittagessen. Leider haben wir hier kein Hotel oder Restaurant mit freier Essensauswahl gefunden. So gab es nur die Wahl das vorgeschlagene Menü, mit Spinat als Gemüsebeilage zu nehmen oder eben weiter zu fahren. Glücklicherweise entschieden wir uns für ersteres, im weiteren Verlauf des Nachmittags landeten wir nämlich noch in völliger Einöde.

Nach einem kurzen Anstieg hinter dem Gardasee fuhren wir den Rest des Tages flaches und eintöniges Land. Einzige Abwechslung waren einige Bahnschranken (Bild), die uns hin und wieder zu Pausen zwangen.
Bei der recht langweiligen und permanent leicht abwärts gerichteten Strecke sind wir trotz der widrigen Umstände am Gardasee vom Vormittag vergleichsweise schnell voran gekommen und noch am gleichen Tag bis Manerbio gelangt, was südlich von Brescia liegt.

Auch in Manerbio konnten wir gut zu Abend essen, zumindest was Vorspeise und Hauptgericht anging. Während es als Vorspeise noch einen leckeren Krabbencocktail gab (Bild), endete der Nachtisch jedoch im Fiasko. Hatten wir die letzten Abende doch jeweils mit einem leckeren und frisch zubereiteten Tiramisu beendet, so setzte man uns hier ein industrielles Tiramisu aus dem Plastikbecher von Zott vor. Das war enttäuschend, was wir auch kundtaten. Zur Entschädigung bekamen wir vom Wirt daraufhin noch einen Limonenschnaps ausgegeben.
--- 10. Tag ---

Nachdem wir am Gardasee noch über die stark befahrene Hauptstraße gefahren waren, haben wir für den weiteren Verlauf der Strecke nur noch die auf der Karte am dünnsten markierten Straßen gewählt. Aber es sollte am heutigen Tag gleich der nächste Fehler passieren: Um den Fluss Oglio zu überqueren, über den recht wenige Straßen führen, haben wir eine auf der Karte eingezeichnete Autofähre angesteuert. Leider lag die anvisierte Stelle in gottverlassener Einöde (Bild) und wir mussten einen Umweg über Quinzano in Kauf nehmen.
Als nächstes sind wir dann zur Po-Ebene (Bild) gefahren. Die Region nördlich des Po's lebt hautsächlich von der Landwirtschaft, und das nicht gerade gut. Ansiedlungen wirkten teilweise heruntergekommen und verlassen. Vielleicht auch deshalb, weil in der Ferienzeit viele die Region verlassen, um beipielsweise am Gardasee zu arbeiten. Für uns war es deshalb schon schwer, überhaupt ein Mittagessen zu ergattern.
So gab es auch keinen eigenen Radweg am Po und wir nutzten die kleinen Wirtschaftswege der Landwirtschaft. In der Einöde waren wir schon über kurze Abschnitte mit direktem Blick auf den Fluss Po froh (Bild). Insgesamt sind war das Fahren heute ohne größere Anstiege oder Gegenwind sehr leicht, so dass wir bis Stradella auf rekordvertächtige 140 km Strecke gekommen sind.
--- 11. Tag ---

Auch der 11. Fahrradtag führte uns zunächst durch die recht trostlose Po-Ebene, ehe wir nach Süden in Richtung Novi Ligure abbogen. Dafür waren die Straßen ohne Autoverkehr, Gegenwind oder Anstiege wiederum leicht zu bewältigen. Einziges und spannendstes Fotomotiv der heutigen Etappe: eine Baumreihe (Bild).

Nach der Flachetappe waren auf den letzten 30 km ab Sale immerhin 125 Höhenmeter zu überwinden. So richtig müde waren wir am Abend bei der Ankunft in Novi Ligure daher noch nicht.
In Novi Ligure sind wir uns im zunächst ausgesuchten Hotel nicht über den Preis einig geworden. Ganz ohne noch etwas runtergehandelt zu haben, war uns dann doch zu teuer. So landeten wir erst im zweiten Anlauf im Hotel Albergo Della Corona. Nach dem Test des dritten Zustellbettes mit einer überschaubaren Qualität, waren wir uns nicht mehr so sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
--- 12. Tag ---

Trotz mäßiger Bettenqualität starteten wir entspannt vom Hotel Albergo Della Corona (Bild) in den Tag. Die heutige Etappe von Novi Ligure nach Genua sollte den Schlusspunkt unter die diesjährige Tour setzen.
Heute kamen wir nur mit leichten Hindernissen voran. Schon bei Gavi hatten wir Probleme mit einer Fahrradkette, die wir zu beheben versuchten (Bild).
Nach der sehr flachen Po-Ebene erwartete uns Richtung Mittelmeer noch eine größere Anstrengung in Form des Passo della Bocchetta. Nach einem kleineren Anstieg über 150 Höhenmeter fing der eigentliche Anstieg (Bild) auf die Passhöhe erst zwischen Gavi und Voltaggio an.
Parallel zur heutigen Strecke und zum Anstieg auf den Bocchetta-Pass schlängelte sich der Fluss Lemme (Bild) entlang, allerdings in entgegen gesetzter Richtung. Wir mussten daher ordentlich in die Pedale treten. Zwar beträgt die Passhöhe nur 772 m ü.NN, aber mir kam er fast anstrengender vor, als der Reschenpass.

Das lag zum einen wahrscheinlich an der mittlerweile glühenden Juli-Hitze, zum anderen aber auch daran, dass mir auf den letzten Kilometern noch der vordere Schaltzug gerissen ist und wir keine vernünftigen Ersatzteile dabei hatten.
Naja, aber auch diesen Anstieg haben wir überstanden. Auf der Passhöhe des Bocchetta-Passes wurde die letzte Anstrengung der diesjährigen Tour noch kurz gewürdigt (Bild).
Trotz trüben Wetters genossen wir noch den Ausblick von der Passhöhe am Passo della Bocchetta nach Süden (Bild). Anschließend belohnten wir uns für die Anstrengung und ließen die Räder in Richtung Genua gemütlich bergab rollen.
Unterwegs machten wir die ein oder andere Pause. Das Wetter wurde allerdings nicht klarer, so dass wir die schöne Landschaft nicht in ganzer Pracht erleben konnten (Bild).
Nach insgesamt nur gut 55 km heute erreichten wir Genua (Bild). Mit der Einfahrt in die Stadt erlebten wir noch eine Schrecksekunde, als vor uns ein rechts parkender Autofahrer noch seine Tür öffnet und sich ein Sturz unsererseits nicht mehr vermeiden ließ. Nach einiger Aufregung konnten wir aber zum Glück unversehrt weiterfahren.

Nachmittags blieb uns noch genügend Zeit, sich um die Zugfahrkarten nach Hause zu bemühen. Alles nicht so einfach wie gedacht, schließlich konnten wir aber doch noch eine geeignete Zugverbindung mit halbwegs verlässlicher Fahrradmitnahme buchen.
--- Ruhetag und Abfahrt von Genua ---

Aufgrund der erst spät am Nachmittag startenden Zugfahrt blieb uns noch genügend Zeit für eine kurze Stadtbesichtigung von Genua (Bild). Uns hat die Stadt allerdings auch nicht so gut gefallen, als dass wir hier noch mehr Zeit benötigt hätten. Schließlich waren wir froh, als wir in den Zug steigen konnten.
Am nächsten Morgen kamen wir ziemlich übernächtigt in Düsseldorf am Hauptbahnhof an, wo wir uns vor der Verabschiedung noch über ein gemeinsames Frühstück freuten (Bild). Wir waren uns sicher, unsere Radtour demnächst ab Genua fortzusetzen.

seit 25.03.1999
Letzte Änderung: 26.06.2013